Nach über einem halben Jahr intensivster Vorbereitungen, das jeweils von einzelnen Prüfungen unterbrochen war, habe ich nun endlich alles über- und bestanden. Und das sogar gar nicht mal schlecht.
Ich bin zufrieden, überglücklich und stolz, das PH-Studium recht ordentlich hinter mich gebracht zu haben. Es war eine schöne Zeit, die mir viel gegeben und mich weiter gebracht hat. Es ist erst seit einem Tag vorbei, insofern klingt es vielleicht seltsam, dass ich die Hochschule schon ein bisschen vermisse: die netten Menschen, die zu tollen Freundschaften geführt haben, die mit Masse doch interessanten Veranstaltungen, allen voran natürlich die der Physik und der Informatik (Danke, Herr Spannagel!!).
Es gilt jetzt aber auch nach vorne zu sehen, denn das Lehramtsstudium war nur der erste Teil. Im Februar wird es mit dem Referendariat weitergehen. Ich bin schon sehr gespannt.
Da ich voraussichtlich das begleitende Seminar in Ludwigsburg besuchen werde, werde ich sicher das eine oder andere bekannte Gesicht dort wieder treffen. Denen sage ich schonmal: Bis bald!
Allen anderen, die in der nächsten Zeit ihre Prüfungen vor sich haben, wünsche ich eine ordentliche Portion Durchhaltevermögen und das nötige Quentchen Glück. Die folgende Analogie, die ich mir überlegt habe, passt vielleicht ganz gut:
Eine mündliche Prüfungen ist wie mit verbundenen Augen Dart spielen. Man kann nur durch eine gute Vorbereitung die Scheibe vergrößern.
Kein Wunder, dass mir die Prüfungen so schwer fallen, wenn ich mir den Artikel bei wissenschaft.de so durchlese. Könnte man nicht einführen, dass man für die PH-Prüfungen wie beim Sportabzeichen in Alterklassen mit unterschiedlichen Niveaus eingeteilt werden könnte?
cspannagel hat einen sehr interessanten Artikel über die Wertschätzung der Gedanken und Ideen anderer geschrieben, der mich stark zum Nachdenken angeregt hat:
„… Ich habe schon oft gehört, dass Menschen sich nicht trauen, Beiträge zu verfassen, weil sie denken, sie wären unerheblich, sie könnten sie nicht intelligent genug formulieren, oder sie hätten zu wenig Hintergrundwissen und würden deshalb vermuten, dass sie etwas Dummes sagen würden. Hierzu ein ganz deutliches Statement: Es ist genau das Gegenteil der Fall. …“
Der Beitrag ist wundervoll formuliert und hier eine Zusammenfassung zu geben würde den Eindruck, den er hinterlässt, zerstören. Lest ihn euch daher besser selbst einmal durch und lasst euch inspirieren.
cspannagel untermauert damit sein Konzept des Öffentlichen Wissenschaftlers (was ich hiermit auch ganz klar unterstützen möchte) und hat damit auch einen wissenschaftlichen Hintergrund.
Die Wertschätzung der Meinung anderer sollte für jeden geltend sein und ich möchte hier an die (künftigen) Lehrer appelieren. Das oben angeführte Zitat lässt sich nämlich nahezu 1:1 auf den Schulalltag übertragen.
Viele Schüler beteiligen sich nur selten bis gar nicht am Unterricht, weil sie fürchten, sich mit einer falschen Antwort Unwissenheit eingestehen zu müssen, sich öffentlich als „blöd“ zu outen und sich der Kritik des Lehrers und dem Spott der Mitschüler stellen zu müssen. Dabei sehe ich es wie cspannagel: Beiträge, die mit „Ich bin mir nicht sicher, aber …“ beginnen, bergen großes Potential. Schüleräußerungen, die das Lehrbuch nahezu auswendig wiedergeben, bereichern den Unterricht nicht. Es sind doch eher die „Halbwahrheiten“ oder Mißverständnisse, die den Unterricht lebendig machen. Die Fragen und Antworten der Schüler können dem Lehrer Denkanstoß geben, sie helfen ihm dabei, Schülervorstellungen zu erkennen und dahingehend den Unterricht zu gestalten. Die Schüler wirken damit nicht nur aktiv im Unterricht mit, sondern sind indirekt am Planungsvorgang außerhalb beteiligt. Unterricht kann am Vorwissen und an den Stärken und Schwächen der Schüler ausgerichtet werden und bekommt damit einen individuelleren Anstrich, mit dem sich die Schüler identifizieren können.
Das Studium an den Pädagogischen Hochschulen und den Universitäten vermittelt den Studenten ein rießiges Wissensrepertoire. Durch den Erwerb von Fertigkeiten, die für wissenschaftliches Arbeiten notwendig sind, wächst der Anspruch von Außen und damit der Anspruch, den man an sich selbst stellt. Überträgt man dieses hohe Erwartungsmaß später an die Schüler, sind diese schnell überfordert, ihr Selbstwertgefühl wird angegriffen.
Es muss daher die Aufgabe des Lehrers sein, die Beiträge seiner Schüler wertzuschätzen und sie als Gedankengut eines Individuums anzuerkennen. Er darf den Schüler mit seinem aktuellen Wissen und Können nicht von oben herab betrachten. Jeder Mensch befindet sich in einem stetigen Lernprozess und keinem wird es dabei je möglich sein, alles zu wissen. Als Lehrer sollte man sich daher daran erinnern, dass man früher in der selben Situation war und es auch heute noch ist, wenngleich auch auf einem vermeintlich höheren Niveau.
„… Nur weil jemand einen Doktortitel hat, bedeutet das nicht, dass er klügere Sachen als andere von sich gibt. Es bedeutet nur, dass er sich über einen längeren Zeitraum hinweg mit einem Thema intensiv auseinandergesetzt hat. Mehr nicht. …“
Weiterhin muss ein Lehrer darauf achten, dass diese Wertschätzung auch innerhalb der Klasse praktiziert wird, nicht nur als weitere Regel im Umgang mit anderen auf einem Plakat im Klassenzimmer, sondern als etwas, das jeder als Teil seiner individuellen Identität für sich gewonnen und in seine Werte- und Moralvorstellungen aufgenommen hat. Ich weiß, dass es einfach ist, das hier zu schreiben und dass es auf einem ganz anderen Blatt steht, das auch in einer Klasse zu realisieren. Aber den Schülern muss bewusst gemacht werden, dass niemand aufgrund seiner Antworten im Unterricht, seiner Ideen oder seines vielleicht lückenhaft erscheindenen Wissens denunziert werden darf. Ich halte das für eine ausgesprochen wichtige soziale Kompetenz, deren Vermittlung im Unterricht jede Anstrengung wert ist.
Im Zuge meiner wissenschaftlichen Hausarbeit habe ich mich mit Lernsoftware befasst und möchte dazu das Tool Phun vorstellen. Vorweg: Im Moment macht es eher den Eindruck eines „Spielzeugs“, (wie man auch bei zahlreichen Youtube-Videos das Gefühl gewinnen kann), weshalb mich hier in erster Linie der Einsatz zu Lehr- und Lernzwecken interessiert. Vielleicht können wir hier nach der Vorstellung des Programms einige Ideen sammeln:
Allgemeine Angaben:
Name: Phun – the 2D physics sandbox Hersteller / Vertrieb:Emil Ernerfeldt / VRLab, Umeå University, Sweden Website:http://www.phun.at/ Getestete Version: 3.5 beta Typ: Simulation Fach / Zielgruppe: Die Software eignet sich hauptsächlich für Physik, speziell im Bereich Mechanik, und technische Fächer, eventuell können durch die freien Gestaltungsmöglichkeiten noch andere Fachrichtungen einbezogen werden. Einsatzort: In der Schule zu Demonstrations- und Versuchszwecken, aber auch als „Spielzeug“ zuhause. Preis / Lizenz: Freeware für nicht-kommerzielle Zwecke, näheres hier.
Technische Angaben:
Betriebssystem: Windows XP und früher, Windows Vista, Linux, MacOS ab Version 10.4, läuft auf x86 und PowerPC Minimale Hardwareanforderungen: „bescheidene“ Rechner, Grafikkarte mit 3D-Unterstützung Zusätzlich benötigte Software: keine Angaben
Inhalt und Ziel:
Phun lässt sich zurecht als virtueller Sandkasten bezeichnen, der ein neues Projekt lediglich mit einem blauen Himmel präsentiert, durch den träge kleine Wölkchen treiben. Nur mit einem Zeichenstift und einer Werkzeugleiste ausgerüstet kann der Anwender hier seiner Kreativität freien Lauf lassen. Welche Möglichkeiten sich hierdurch ergeben zeigt eindrucksvoll ein Beispielvideo des Herstellers:
(Verwendung mit freundlicher Genehmigung von Emil Ernerfeldt)
Phun eignet sich zum kreativen Experimentieren mit mechanischen Eigenschaften. Hierzu erschafft sich der User seine Experimentiergegenstände und -umgebung komplett selbst. Dies können einfache Klötze bis hin zu komplexen Maschinen sein. Dabei werden die Grenzen (fast) nur von der eigenen Phantasie gesteckt. Youtube-Videos von Usern zeigen, was sich mit Phun etwa realisieren lässt.
Die Einschränkungen liegen in den zur Verfügung stehenden Materialien begründet. Körper lassen sich frei mit dem Pinsel zeichnen, daneben gibt es von Zeichenprogrammen her bekannte Werkzeuge zum Erstellen von Rechtecken und Kreisen, auch Federn, Ketten und Gelenke sind möglich. Leider fehlen zum Beispiel Seile im Repertoire. An manchen Stellen lassen sich diese eventuell durch Ketten ersetzen, aber im Test waren sie beispielsweise für einen Flaschenzug mit zwei Rollen ungeeignet.
Daneben lässt sich mit Phun nur qualitativ aus Beobachtungen heraus arbeiten. Messgeräte, etwa einen Kraftmesser, gibt es nicht.
Lernmotivation / Interessenförderung:
Der große motivierende Aspekt des Programmes ist die völlige Freiheit. Das Programm gibt mit Ausnahme seiner Funktionen im Grunde nichts vor. Der Kreativität sind somit nahezu keine Grenzen gesetzt. Setzt man die Software als Experimentierumgebung im Unterricht sein, so sollte man diesen Aspekt nicht außer Acht lassen. Der Lehrer kann natürlich das Experiment bereits vorbereiten, was Zeit spart und die Schüler ein wenig an die Hand nimmt. Phun aber bietet da Möglichkeiten, die ein einfaches Experiment erweitern können. Etwa kann eine zusätzliche Aufgabe sein, den Versuchsaufbau zu optimieren oder mit selbst kreierten Versuchsmaterialien zu wiederholen. Wurde nichts vorgegeben, können Wettbewerbe veranstaltet werden. Die schönste oder zweckmäßigste Versuchsanordnung kann dann prämiert werden, was zusätzlich motivierend wirkt.
Lernunterstützung:
Durch seine Offenheit unterstützt Phun genetisches Lernen. Die Schüler können, wie schon erwähnt, selbstständig am Versuch arbeiten und diesen bei Bedarf komplett verändern. Sie können zusätzliche, ihnen geeignet erscheinende Materialien einbauen oder entfernen, können Reibungswerte verändern und noch vieles mehr. Der große Vorteil ist dabei die direkte Visualisierung der Ergebnisse. Die Software beschränkt sich dabei auf deine zwei-dimensionale Darstellung. Sie kann sowohl zur einfachen Veranschaulichung, etwa als Simulation oder „Lehrerexperiment“ dienen, als auch als Experimentierumgebung für die Schüler. Dabei muss der Lehrer stets abwägen, in welchem Maß die Software zur Verdeutlichung eines Inhaltes auch einsetzbar ist. Mit Phun kann etwa ein Ottomotor schematisch gebaut und die einzelnen Phasen darsgetellt werden. Wäre es nicht besser, hierfür eine bereits existierende Animation zu nehmen, die speziell für diesen Zweck entwickelt wurde (wie etwa bei Wikipedia)? Einfache Reibungsexperimente lassen sich auch mit kostengünstigen Materialien druchführen. Welche Vorteile bietet dabei die Software? Ein Einsatz des Programms ist daher stets abzuwägen, was aber prinzipiell für jeglichen Softwareeinsatz gilt.
(Zusammen-)Arbeiten mit der Software:
Beim Start präsentiert sich die Software in englischer Sprache, welche sich aber leicht auf Deutsch umstellen lässt. Der User hat die Möglichkeit, die Auswirkungen seiner Arbeit in Echtzeit zu verfolgen oder aber er baut und platziert seine Konstruktion erst in völliger Ruhe zusammen und startet abschließend die „physikalischen Gesetmäßigkeiten“ durch einen Klick auf den grünen Start-Button.
Die Bedienung ist intuitiv und durchdacht. Die Icons sind nahezu selbsterklärend und auf ein überschaubares Maß reduziert. Neben dem üblichen Laden und Speichern, den Optionen, um Feinheiten am Programm vorzunehmen bildet die Werkzeugleiste ein zentrales Element. Für gezeichnetete Objekte können mit einem Rechtsklick noch weitere Optionen individuell eingestellt werden, etwa ob ein Gelenk automatisch rotieren soll, welche Reibung der Körper besitzt und dass sich das eben gezeichnete Objekt in Wasser verwandeln soll. Hinzu kommt noch die Möglichkeit, mittels „Durchstreichen“ einen Gegenstand zu löschen oder Kettenglieder zu zerteilen. Das Video oben zeigt schon sehr viele der Bedienmöglichkeiten, so dass eine aufwändige Einarbeitung entfällt.
Weitere Unterstützung liefert die Website, wo es neben einem FAQ und einem Tutorial auch ein gut besuchtes Forum gibt, wo sich auch über den Einsatz von Phun zu Bildungszwecken unterhalten kann. Ebenso stellen dort User ihre selbst erstellten Szenarien ein und diskutieren über diese. Ein Ausbau dieses Angebot mit Hinwendung zum schulischen Bereich wäre denkbar. Vielleicht kann man sich irgendwann einmal bei von Plattformen wie 4teachers.de nicht mehr nur Arbeitsblätter und Unterrichtsentwürfe herunterladen, sondern auch Phun-Anleitungen und -Szenarien.
Wie gezeigt bietet die Software eine Menge Möglichkeiten. Was haltet ihr davon? Welche Vorteile bietet Phun, wo sind Schwierigkeiten beim Einsatz im Unterricht zu sehen? Welche Unterrichtsszenarien mit Phun sind neben den oben genannten noch denkbar? Ich freue mich schon sehr auf Ideen und Diskussionen!
Hiermit lade ich herzlich zum Hochschulöffentlichen Vortrag über das Thema
Lernsoftware zur Physik: Kriterien für einen lernwirksamen Einsatz in der Sekundarstufe I
ein.
Thematisch umreist die Präsentation die Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen am PC, gibt eine Übersicht über verschiedene Typen von Lernsoftware und stellt Vor- und Nachteile beim Einsatz im Unterricht gegenüber. Entscheiden sich Lehrer, Eltern oder Schüler für den Einsatz von Software zu Lehr- und Lernzwecken, sind diverse Kriterien an die Programme gestellt, die der Vortrag näher beleuchtet und zielgruppenorientiert reduziert. Anhand ausgewählter Software werden die Kriterien „im Einsatz“ gezeigt. Zum Ende soll ein kleiner Ausblick in eine mögliche Zukunft gegeben werden, wie sich Lehrkräfte, Eltern und Schüler über Lernsoftware informieren können.
Der Vortrag wird am 21.05.2008 um 17:30 Uhr im SenatssaalRaum 2.102.
Als zeitlicher Rahmen ist für den Vortrag eine halbe Stunde angesetzt, im Anschluss daran habe ich noch Zeit für Fragen oder eine Diskussion eingeplant (sofern der Raum nicht sofort wieder für andere Veranstaltungen geblockt ist).
Es kommt wohl sehr selten vor, dass jemand die Option wahrnimmt, über seine wissenschaftliche Hausarbeit einen halbstündigen, hochschulöffentlichen Vortrag zu halten. Dabei ist das Angebot eigentlich sehr fair. Themen, die insbesondere visuelle Aspekte thematisieren, etwa die Verwendung von Bildern im Unterricht oder Kriterien für gute Visualisierungen in Schulbüchern, bieten sich ja förmlich für eine Präsentation an. Auf der anderen Seite liegt dem einen oder anderen Studenten vielleicht doch eher das Referate-halten oder Präsentieren. Egals aus welchem Grund man sich vielleicht für die Option des Vortrages entscheidet, Informationen darüber zu erhalten ist mitunter nicht einfach. Darum hier meine bisherigen Erfahrungen:
Eine erste gute Anlaufstelle sind die Infoblätter, die dem Antrag auf ein Thema für eine wissenschaftliche Hausarbeit anhängen. Der Abschnitt ist jedoch recht klein und wenn man nicht direkt danach sucht, überliest man ihn auch leicht. Jedanfalls ist darin die Vorlage für das Dokument enthalten, das man bei der Abgabe der Hausarbeit beilegen muss. In den Informationen ist auch geregelt, dass der Vortrag eine halbe Stunde dauern soll.
Nach dem Setzen des Kreuzes an der richtigen Stelle und der Abgabe des Beiblattes kommt das Verfahren erst so richtig ins Rollen. Hierzu erst einmal ein paar wichtige Punkte, die ich mich im Vorfeld auch auch gefragt habe:
Wann findet der Vortrag statt? Einen festen Termin bekommt man erst im weiteren Verlauf des Verfahrens mitgeteilt. Dieser wird von den Prüfern vorgeschlagen und vom Studenten dann akzeptiert (oder auch nicht). Für den Anfang ist es aber schonmal gut zu wissen, dass der Vortrag innerhalb der zweimonatigen Korrekturfrist der Prüfer stattfinden muss. Es bietet sich also an, recht früh nach der Abgabe der Arbeit mit dem Erstellen der Folien zu beginnen.
Muss ich mich selbst um einen Raum kümmern? Nein. Das Prüfungsamt prüft verschiedene Räumlichkeiten. Erste Wahl ist hierbei wohl der Senatssaal, der neben gemütlichen Stühlen auch eine entspanntere Atmosphäre als ein Seminarraum oder gar Vorlesungssaal bietet .
Muss ich selbst Aushänge in der PH anbringen? Das Prüfungsamt hängt bei sich einen Aushang am Brett aus. Für alles weitere würde ich eher Mundpropaganda empfehlen, da der Senatssaal auch nicht unbegrenzte Kapazitäten bietet.
Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Schreibt mir einfach einen Kommentar.
Es hat schon einen guten Grund, warum ich nur in Ausnahmefällen fernsehe. Aber so die eine oder andere Serie mag man eben doch schauen.
Da Werbung aber prinzipiell nervt, zappt man eben in den Werbeblöcken durch die anderen Kanäle (die dann aber meistens auch Werbung bringen ). Jedenfalls verharrte ich neulich beim Zappen bei einer dieser wunderbar informativen Wissenssendungen. Man will sich ja schließlich auch in der Werbezeit weiterbilden. Umso erfreulicher, etwas bekanntes zu entdecken: Die Startseite des StudiVZ. Na endlich werden Web 2.0-Dienste auch mal einer größeren Masse vorgestellt. Und was man darüber alles berichten könnte: etwa die Vorteile von social networks präsentieren, etwa einmal dem Durchschnittsbürger zeigen, was es mit dieser ominösen Seite auf sich hat, die neben dem SchülerVZ die meisten Aufrufe verzeichnet. Vielleicht schwenkt der Artikel ja noch aufs SchülerVZ um, damit auch mal die Eltern objektiv erzählt bekommen, was ihre Kinder eigentlich so toll an der Seite finden.
Hm, ok, das Fernsehen ist ja immer ein bisschen negativ eingestellt. Also könnte man mal über die Gefahren sprechen, die es mit sich bringt, zu viel Privatssphäre im Netz aufzugeben und was mit persönlichen, in social networks gespeicherten Daten passieren kann.
Aber schon nach wenigen Sekunden wird klar, was der Fernsehbericht eigentlich vermitteln will: Das StudiVZ ist eine getarnte Sex-Plattform. Schlimm, was da so läuft. Da bekommt man ständig unseriöse Angebote. Als junge Frau hat man es dort besonders schwer, wie die „Testkandidatin“ zeigt. Account eingerichtet, ein paar nette Fotos hochgeladen und ruck-zuck hat man schon Angebote für Treffen, Dates oder noch anzüglichere Freizeitaktivitäten. Wirklich schlimm. Ganze Gruppen gibt es da sogar, die alle nur das Eine wollen. Und ich meine nicht etwa ihre sozialen Kontakte auf rein platonischer Ebene zu pflegen. Dafür ist das StudiVZ auch gar nicht gedacht. Ist doch viel konstruktiver, dort seinen Körper wie in einem Katalog anzubieten, um sich die Semestergebühren in harter körperlicher Arbeit zu erarbeiten.
Zum Glück habe ich meinen Account schon im Januar gelöscht, bevor ich auch noch blöd angemacht werde (aber wie der Bericht ja gezeigt hat, sind Männer da eh nicht so betroffen). Vielleicht sollte ich in Zukunft doch lieber wieder bei der Werbung bleiben. Da weiß man zumindest vorher, dass man für dumm verkauft wird und macht sich nicht jedes Mal von Neuem die Hoffnung, vielleicht doch mal eine objektive Reportage auf den privaten Sendern zu sehen zu bekommen.
„Aufklärung statt Abmahnung“ ist das Ziel von klicksafe.de und irights.info, die eine Broschüre mit dem Titel „Nicht alles, was geht, ist auch erlaubt“ herausgegeben haben und diese frei zum Download anbieten.
Die Broschüre gibt dabei einen groben Überblick über geltendes Urheberrecht und beleuchtet Urheberrechtsverletzungen an konkreten Beispielen wie dem Einstellen von Videos bei youtube, Bildern bei flickr oder dem Einbinden urheberrechtsgeschützter Inhalte auf MySpace. Dabei wird sowohl die Seite des „Betroffenen“ als auch des „Abgemahnten“ beleuchtet. Sogar Creative Commons ist ein Punkt gewidmet (mein Artikel zum Thema).
Der Text ist dabei sehr einfach und verständlich gehalten, ohne dabei konkret auf Paragraphen einzugehen. Das Layout ist dabei ansprechend gestaltet und die dargestellten Web2.0-Dienste auf dem Stand der Zeit, so dass einem Einsatz in der Schule eigentlich nichts im Weg steht. Ohnehin fordert der Bildungsplan von 2004, dass Schüler „beim Umgang mit den Informations- und Produktionsmöglichkeiten die Konsequenzen des Datenschutzes, Jugendschutzes und Urheberrechts
beachten“ lernen (S.194). Das Informationsheft bietet dabei auch dem Lehrer eine gute Grundlage für eine Stunde und mit ein wenig Recherche lässt sich damit sicherlich eine informative wie interessante Unterrichtseinheit gestalten.
Heute habe ich mich um ein Thema für die Wissenschaftliche Hausarbeit, auch im PH-Slang „Zula“ genannt, beworben.
Dabei wird es um Lernsoftware für Physik gehen und welche Kriterien man an solche Software anlegen sollte, bzw. wie solche Software das Lernen fördern kann. Der erste Überblick über die Literatur hat schon gezeigt, wie vielfältig das Thema ist, ich werde also zwischen Januar und April eine Menge zu tun haben. Aber ich habe schon eine Menge Ideen und freue mich richtig darauf.
Jetzt hoffe ich nur, dass das Prüfungsamt das Thema so auch genehmigt …