Das taktische Brettspiel Hnefatafl, das in etwa auf die Zeit von 800 – 1000 n.Chr. datiert werden kann, ist bei uns auch häufig unter dem Namen „Wikingerschach“ bekannt. Tatsächlich wurde es in Europa lange vor dem uns bekannten Schach gespielt, denn dieses wurde erst später während den Kreuzügne in unsere Gegenden gebracht. Übersetzt aus dem Altnordischen heißt Hnefatafl etwa „Tafel des Königs“ und außer dem namensgebenden König hat das Spiel im Grunde eigentlich gar nichts mit Schach gemein.
Die Regeln des Spiels sind recht einfach und schnell zu erlernen, die taktische Tiefe ist dafür recht hoch. Das liegt auch daran, dass beide Parteien im Gegensatz zu Schach nicht identisch sind:
- Die Aufgabe der Angreifer (weiß) ist der der Schachfiguren noch am ehesten ähnlich. Sie müssen versuchen, den König festzusetzen.
- Die Verteidiger (blau) hingegen müssen ihren König (gelb) beschützen und versuchen, ihm einen Fluchtweg zu einem der vier Türme in den Ecken des Spielfeldes zu ermöglichen.
Das erfordert je nachdem, welche Seite man spielt, eine völlig unterschiedliche Taktik.
Die Spielregeln:
Wie im wirklichen Leben beginnt der Angreifer das Spiel.
Jeder Spieler, egal ob Angreifer oder Verteidiger, muss in einer Runde mit einem seiner Steine ziehen. Aussetzen gibt es also nicht.
Gezogen wird mit allen Spielsteinen gleich in waagrechter oder senkrechter Linie soweit man möchte (wie der Turm beim Schach). Diagonal oder „um die Ecke“ zu ziehen ist ebenso verboten wie das Übersringen von eigenen und fremden Steinen.
Weiterhin gibt es verbotene Felder: Andere Steine als der König selbst dürfen nicht auf den Thron in der Mitte oder auf die Türme in den Spielfeldecken ziehen. Es ist aber sehrwohl möglich, den Thron zu überspringen.
Geschlagen wie beim Schach werden die Figuren nicht. Sie müssen umschlossen werden. Dazu muss entweder links und rechts oder über und unter einer Figur des Gegners ein eigener Stein gelegt werden. Wie das aussehen kann, zeigt das Bild unten. Zu beachten ist, dass damit immer nur eine Figur geschlagen werden kann. Keilt man zwei oder mehr Figuren ein, kann man diese nicht entfernen.
Ausnahme hiervon ist der König. Um ihn gefangen zu nehmen muss der Angreifer ihn von allen vier Seiten einschließen, so dass der König keine Zugmöglichkeit mehr hat. Das gelingt auch dann, wenn das vierte Feld das Thronfeld ist. Dieses gilt dann als besetzt.
Ende des Spiels:
- Das Spiel gewinnt der Angreifer, wenn es ihm gelingt, den König gefangen zu nehmen.
- Das Spiel gewinnt der Verteidiger, wenn er seinen König wohlbehalten in einen der Türme in der Spielecke bringt.
- Zudem verliert derjenige das Ziel, der am Zug ist und keine Möglichkeit mehr hat zu ziehen.













