Der Trailer zum neuen Star Trek-Film ist seit kurzer Zeit online und er lässt mich ziemlich zwiegespalten zurück.
Hollywood krankt derzeit stark daran, das Rad ständig neu erfinden zu wollen. Das versucht man entweder durch Remakes, wodurch man ein Franchise wieder auf 0 zurücksetzt, oder durch Prequels, die quasi bei -1 starten.
Die Vorgeschichte einer beliebten Reihe zu erzählen kann durchaus ihren Reiz haben und zu tollen Ergebnissen führen. Batman Begins ist ein Paradebeispiel dafür. Es gibt daneben auch noch eine Grauzone, wie die Star Wars Episoden 1-3, über die man denken mag, was man will. Es gibt dann aber auch die verpatzen Versuche, zu denen ich etwa Casino Royal zähle. Ein Neustart einer Reihe, die dabei die ursprünglichen Filme aus dem Gedächtnis verdrängen und alles doch wieder auf 0 setzen will, mag ich nicht. Aber James Bond soll heute nicht das Thema sein, sondern Star Trek und in welche Kategorie sich der Film letztlich einordnen wird, steht noch in den Sternen. Was sagt uns aber der Trailer bislang?
Zuerst dachte ich, ich würde den falschen Film sehen, als der rote Flitzer über die Wüstenlandschaft fährt. Bei aller Nostalgiefreude glaube ich kaum, dass in so weiter Zukunft auch nur ein halbwegs fahrtüchtiges Exemplar existiert. Selbst Sammler haben sowas höchstens noch in der Garage stehen, aber fahren damit keine affigen Stunts durch die Wüste. Und in der schönen heilen Star Trek-Welt sollten die auch keinen klassischen Sprit mehr verbrauchen dürfen. Ich bin mir sicher, es hätte auch andere Möglichkeiten gegeben, um zu beweisen, dass der junge James T. Kirk ein Heißsporn war. Die spannende Eröffnungssequenz von Star Trek 5 hat ja auch ohne ausufernde Action von Kirks Lust nach Gefahr und Abenteuer Zeugnis abgelegt.
Uhura muss ein ähnliches Schicksal erleiden. Schon in jungen Kindheitsjahren war Uhura für mich der Archetyp einer Powerfrau. Sie hat ihren Job hervorragend erledigt, kannte sich 1a mit dem Computer aus und hat sich wunderbar in die sonst von Männern dominierte Brückencrew eingegliedert. Nichelle Nichols hat dabei eine Präsenz ausgestrahlt, die sie ohne viele Worte als gleichwertiges Crewmitglied ausgezeichnet hat. Heutzutage scheint es aber leider so zu sein, dass Frauen, die etwas zu sagen haben, zwangsläufig auch ihre halbnackten Brüste in die Kamera halten müssen.
Am schlimmsten hat es aber anscheinend Spock erwischt. Ich war eigentlich immer der Meinung, die Vulkanier seien schon seit jeher logisch und gefühlskalt gewesen. Ein Umstand der immer wieder für komische Momente zwischen Pille McCoy und Mr. Spock gesorgt hat. Der im Trailer gezeigte junge Mr. Spock hingegen hätte hingegen ein Anti-Aggressions-Training bitter nötig. Da muss die Story schon noch was bieten, um diesen Prügel-Spock logisch zu erklären. Auch bleibt abzuwarten, ob der aus Heroes Zachary Quinto bekannte (spielt den Bösewicht Sylar) Mr. Spock überzeugend spielen wird. Quinto hat zwar äußere Merkmale, die dem Aussehen von Mr. Spock durchaus ähneln können, ihn umgibt aber auch stetig eine boshafte, aggressive Aura, die nun gar nicht zu Spock passt. Vielleicht bin ich auch von seiner Rolle in Heroes zu sehr vorbelastet und es bleibt der fertige Film abzuwarten.
Zu guter Letzt ist der Trailer sehr action-lastig und dass zu viel Action einem Star Trek-Film nicht unbedingt gut tut haben wir ja in Star Trek Nemesis deutlich zu sehen bekommen.
Nach all der Kritik scheint auf der Haben-Seite für den Film nicht mehr sonderlich viel übrig zu bleiben.
Einerseits ist es seit langem mal wieder Zeit geworden, bombastische Raumschlachten auf der Kinoleinwand zu sehen, und in der Hinsicht verspricht der Trailer massenhaft Eyecandys. Ich hatte in letzter Zeit sark den Verdacht, dass George Lucas mit Star Wars den Weltraum für sich gepachtet hat. Dass man aber hierfür leider wieder auf ein bekanntes Pferd setzt, anstatt endlich mal eine neue Geschichte aus den Tiefen des Weltraums zu holen, ist bitter. Wenn schon keine eigenen Ideen da sind: Es gibt so viele hervorragende Science-Fiction-Bücher, die nur darauf warten, auf der großen Leinwand ihre opulente Pracht zu entfalten, dass es mir schleierhaft ist, warum vehement die alten Kamellen aus der Schublade zieht. Ok, also dich wieder ein Kritikpunkt…
Ein Plus aber verschweigt der Trailer: Simon Pegg. Der Shaun of the Dead spielt das Maschinen-Ass Scotty und ich denke, dass er den Schotten gut rüberbringen kann. Sicherlich wird er für einige Lacher sorgen.
Bleibt also abzuwarten, ob der Film nur ein weiterer unbedeutender Effekt-Haufen in den Analen der Filmgeschichte sein wird oder ob er tatsächlich das mit der Zeit immer mehr abgeflachte Star Trek-Franchise mit neuem Leben füllen kann.











Samstag, 22. November, 2008 um 17:06 05
Nach Begutachtung der HD-Version sind mir noch mehr Ungereimtheiten aufgefallen:
Schon früher war man in Physik zumindest so fit, dass ein Schiff wie die Enterprise auf der erde unter dem eigenen Gewicht zusammengebrochen wäre und hat sich daher immer in Raumwerften gebaut und repariert. Warum muss man das Schiff jetzt plötzlich auf der Erde zusammen basteln?
Und wem sind im Teaser-Trailer die Rotorblätter in den Warpgondeln aufgefallen? Seit wann brauchen Warpantriebe eine Luftkühlung Oo ? Mann, Mann, da vergeht einem doch echt die Lust …
Sonntag, 23. November, 2008 um 02:44 02
Weißt du, seit das Raumschiff Voyager auf einem Planeten gelandet ist, nehme ich das Star-Trek-Universum, und faseln sie noch soviel Technobabble, einfach nichtmehr für voll. Was man früher noch durch die natürlichen Beschränkungen des Filmstudios entschuldigen konnte, ist heute nurnoch effekthascherei. Ein Raumschiff, daß in einer Umlaufbahn zusammengezimmert wird, wirkt einfach nicht groß. Selbst wenn man da einen kleinen Kerl im Raumanzug daneben stellt, denkt jeder: „Jaja, schon wieder ein Raumshiff.“
Steht dagegen der zukünftige Held atemlos mitten in der Wüste und glotzt in die Ferne, wie ein Leinwandfüllendes technologisches Wunderwerk errichtet wird, /dann/ ist es groß.
Leider muß ich sagen, daß ich fast froh bin, daß nicht besonders viele der zahlreichen guten Sci-Fi Bücher verfilmt werden. Gut, „2001 Space-Oddysee“ ist ein Juwel, aber ich lehne mich sicher nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich betone, daß so ein Film heutzutage kaum mehr Leute ins Kino locken würde, hätte er nicht ein breite Bewunderergruppe aus alten Tagen. „Starship Troopers“ war auch ein Knaller, hatte aber wenig mit dem Buch zu tun. Die meisten anderen Buchverfilumen in dem Genre sind aber bescheiden bis mies.
Wenn Hollywood also Star Trek in den Sand setzt, dann tut das natürlich ein bißchen weh, aber seit „Voyager“ bzw. „Treffen der Generationen“ hat man in dem Auge ohnehin kaum noch Tränen, die es zu vergießen gäbe. Und seit den Star-Wars-Episoden erwartet man schon garnichts mehr, wird also schwerlich enttäuscht.
Sonntag, 23. November, 2008 um 11:26 35
Seit Voyager habe ich schon gar nichts mehr geschaut, bin also im Star Trek Universum auch nicht mehr auf dem Laufenden.
Ok, es müssen ja auch keine Buchverfilmungen sein. Man kann sich ja auch mal was einfallen lassen.
Das Letzte, was in Richtung „großer Science-Fiction“, also Raumfahrten außerhalb unseres Sonnensystems stattgefunden hat, war 2004 „Riddick – Chroniken eines Kriegers“, den ich persönlich sehr gut fand. Oder jetzt, da Transformers recht erfolgreich war, könnte man sich doch auch mal an MechWarriors ranwagen.
Btw.: An der Realverfilmung von Robotech, oder auch bekannt als Macross, wird derzeit gezimmert. Es steht wohl außer Frage, dass der Film die geschlechtsspezifische Komponente der Geschichte entfernen wird
Samstag, 6. Juni, 2009 um 12:13 09
[...] Samstag, 6. Juni, 2009 — Stormcloud Obwohl mich der Trailer zum neuen Star Trek Film absolut enttäuscht zurückgelassen hatte, habe ich den Kinobesuch gewagt. Einfach auch, weil es ja sonst mit dem übrigen [...]