ICQ öffnet Programmierschnittstelle

Nachdem ich erst kürzlich über die Nachteile von ICQ geschrieben habe, reichte Golem.de heute die Meldung ein, dass ICQ eine Programmierschnittstelle in den XTraz genannten Erweiterungen öffnet, die unter anderem die Integration von Web2.0-Anwendungen ermöglichen soll. Damit versucht sich der ICQ-Messenger wohl seine Vorherrschaft auf längere Zeit zu sichern.

Die Nachteile liegen aber nach wie vor auf der Hand. AOL sollte lieber am sinkenden Ansehen und an den bekannten Mißständen arbeiten als noch mehr Funktionen einzubauen.

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Instant Messaging mit Jabber

Vor einiger Zeit wurde ich auf Jabber aufmerksam gemacht, einem freien Protokoll, mit dem Instant Messaging oder „Chaten“ möglich ist. Höchste Zeit also, hier endlich darüber zu schreiben.

Ich nutze ja schon seit Ende der 90er Jahre ICQ und inzwischen auch MSN und den Yahoo Messenger; Skype ist auch schon dabei. Was also sollte jemanden wie mich dazu bewegen, noch ein Protokoll mehr zu nutzen? Wie ich hier zeigen will, sprechen eine Menge Gründe dafür, sich Jabber einmal genauer anzuschauen:

Was soll denn an ICQ, MSN, XYZ so schlecht sein?

Prinzipiell muss ja an geschlossenen oder proprietären Formaten nichts schlechtes sein. Und eigentlich ist auch nachvollziehbar, dass es ein Anliegen der Anbieter AOL (mit ICQ), Microsoft und Yahoo ist, dass ihre Programme zum Chaten benutzt werden. Deshalbfrei.org fasst aber die damit einhergehenden Nachteile treffsicher zusammen. Neben der wahren Werbeflut, die insbesondere ICQ auf dem Bildschirm entfesselt, untersagen es die Nutzungsbedingungen, alternative Chatprogramme (Clients) zu nutzen. Das macht es schwierig, alternative Software zu nutzen. Besonders Multiprotokoll-Clients sind davon betroffen. Dabei sind die ungemein praktisch. Um ICQ, MSN und Yahoo parallel nutzen zu können, müssen keine drei Programme gleichzeitig laufen und Ressourcen verschleudern, sondern es genügt ein schlankes Programm. Trillian ist etwa ein solcher Multiprotokoll-Client, aber auch freie Alternativen wie Pidgin oder Miranda zählen dazu. Besonders für Linux, das zum großen Teil mit freier Software arbeitet, bliebe es mit diesen Auflagen verwehrt, sich mit anderen Usern dieser Protokolle zu chaten.

ICQ setzt dem Ganzen mit seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen noch einen drauf. Wie man an unterschiedlichen Stellen nachlesen kan (etwa bei o.g. deshalbfrei.org, blog.jbbr.net oder TtecX.com), behält sich AOL das Recht vor, das Urherberrecht an sämtlichen über ICQ verschickten Inhalten zu übernehmen. In meinen Augen eine bodenlose Frechheit. Hierbei geht es ja nichtmal nur um die versendeten Nachrichten. Jedes Foto, das über ICQ verschickt wird, gehört von da an AOL, so dass diese im Prinzip den eigentlichen Urheber bei Veröffentlichung verklagen könnten. Soweit ich weiß ist es in Deutschland nicht möglich, komplett auf sein Recht als Urheber zu verzichten (weshalb auch die Creative Commons-Lizenz so attraktiv ist), daher würde mich interessieren, wie das in unserem Bereich geregelt ist. Bis dahin verschicke ich einfach nichts mehr über ICQ.

Die übrigen Nachteile sind schnell aufgelistet und wurden hier schon zumTeil angeschnitten:

  • Proprietäre Software verhindert den Einblick in den Code. Es wird z.B. nicht plastisch, wie der Datenschutz etc. geregelt ist und was hinter den Kulissen mit dem Inhalt geschieht. Die Verwendung alternativer Software wird erschwert.
  • Nervende Werbung.
  • Zentrale Dienste. Fällt der Server aus, ist das gesammte Netzwerk betroffen. Vor einem Jahr hatte z.B. Skype mit einem mehrtägigem Ausfall des Netzwerks zu kämpfen.

Und was soll an Jabber besser sein?

Zuallererst ist Jabber Open Source, was bedeutet, dass der Quellcode offen liegt und von jedermann einsehbar und benutzbar ist. Bei Jabber muss man also im Grunde keine Angst haben, dass hinter den Kullissen irgendwelche krummen Dinger laufen, da das sicher schon jemandem aufgefallen wäre.

Der nächste große Unterschied ist, dass Jabber dezentral funktioniert. Was bedeutet das?
Bei den oben genannten Kandidaten werden die Nachrichten zentral über einen Server (oder besser: eine Serveranlage) der Firmen geleitet. Ich schreibe also eine ICQ-Nachricht, diese geht zum Server von AOL und wird dort weiter zum gewünschten ICQ-Kontakt geschickt. Hat der Server gerade eine Störung, kann sich niemand mit dem ICQ-Netzwerk verbinden und somit keine Nachrichten senden oder empfangen. Beim dezentralen Jabber funktioniert das anders. Dort gibt es viele verschiedene Server, die alle unabhängig funktionieren. Fällt etwa der jabber.org-Server aus, können sich zwar alle Nutzer dieses Servers trotzdem nicht mit dem Netzwerk verbinden, alle anderen, die andere Server nutzen, können hingegen ungehemmt weiter chatten. Das offene Format erlaubt es sogar, dass sich jeder ganz einfach die Serversoftware herunterladen und auf seinem Server installieren kann. Man erkennt dieses System an den Kennungen von Jabber, also am Nickname. Ich etwa habe mir einen Account bei jabber.org eingerichtet. Meine Kennung, unter der man mich findet ist also stormcloud@jabber.org. Das sieht eigentlich wie eine Mailadresse aus, man muss daher aufpassen, es nicht zu verwechseln.
Der enorme Vorteil dieser Geschichte versteckt sich derzeit noch etwas vor der Masse unter anderem Namen: Größere Mailanbieter wie etwa GMX haben auch einen Jabber-Server am laufen. Jeder Nutzer hat also automatisch seine Mailadresse gleichzeitig als Jabber-Kennung. Einfach genial. Ich bin also gleichzeitig per Mail als auch per Jabber unter stormcloud@gmx.de erreichbar (dank an Frank für diesen genialen Tipp). Wenn ich das richtig mitbekommen habe funktioniert das auch bei web.de und gmail.

GMX kündigt dieses Feature allerdings als hauseigenen Messenger an. Kenner des GMX-Messengers werden nun aber anmerken, dass dieser noch bedeutend mehr Protokolle als nur Jabber unterstützt, schließlich erreicht man da auch ICQ und Co. Das zeigt einen weiteren Vorteil. Jabber unterstützt so genannte Transports. Diese Funktion ermöglicht es, Nachrichten von Jabber direkt in andere Netzwerke wie etwa ICQ zu senden. Will man diese Funktion nutzen, muss man also schauen, dass der Server, den man sich ausgesucht hat, auch Transports unterstützt. Auswendig weiß ich neben GMX noch vom in der Schweiz ansässigen Server swissjabber.ch, dass dieser Transports unterstützt.

Daneben bietet Jabber auch die Möglichkeit, Nachrichten mit unterschiedlichen Verschlüsselungsverfahren zu verschlüsseln, etwa mit dem weit verbreiteten PGP oder dem vom onlinetvrecorder verwendeten OTR. Das ist allerdings etwas komplizierter und setzt auch schon etwas Erfahrung damit voraus, zumal das von jedem Client anders umgesetzt wird. Wer aber bereits seinen Mailverkehr verschlüsselt wird sich mit Jabber gleich heimisch fühlen (hier auch nochmal besten Dank an Frank für die tolle Hilfe).
Die mit PGP verschlüsselte Nachricht „test“ kann dann etwa so aussehen:
—–BEGIN PGP MESSAGE—–
hQIOA/ValPt5oLIzEAf/TVSTX7D8SnWRNtnT7KI3np1CAkpFkV8ZMIqVh0lDIK+4
yA/XbYuXcOh3PcHWqEJ1xs+HI8FFBKxfZiTgDstS4kNkhIysmlxVEZ/h7E1ZNHWN
W+htPZx4GerEor0r92gMihbfQzDc4HMVHhTFSyys1ZfN1lEJwFnfcNyUc5rTVZ3O
uAxC2t5P3r48hwuM1G0FfGy5W/MzOWG1XnUG3/8HtP6fVwTS3qzXrjCniAbjdXzC
6YrHbpcMwqIy31FRsNejQ1z18/ZEg1DnImM7OCaYzkn4plQpk1Mr5LyS4w5BtdTT
KbNG1EPl1Wk2tawmzrfSKgsSDF8P/Pe6GZ0/uzOpiAf/aTDyYmq17VNP5ieSvMHE
6tf53Sg3QyzSQ/8Yio65h0Bh4V715gjUBCKMY7LfQ55QNTQByfCI9Z3GkwBe83lw
qBBtUW9BHDeuFEsVRcW8bBVhft0LG7yICNZA2P59ukL8xR+uKunFxJzhNMhTa/Cy
y/0/WVG8lN2s1Ieo8gBEcHT9M6z6T/d06sjBbl/HwWE9wPAJ7kB9IANGdF+AIxhw
n+UtJjfcQHXimOOVIQSg99gmR0kHTxOXhzg7m0q1H+S/XCom3VZTZ2jVhbOs3gAp
wITTCJWli1vS/4Ljk313f8cGv7ohaAqA7T+JHTPy8M/iqJyEOrH5I8CnW2OpoVs+
gtI/AScCmo8IxYk+CHV+4MoH02XuaPsv3RG+cgHHhmgub0xGPK/jOlSKJkYKyFwT
JLt8QwxW9uz3ckEt2vSiGds6
=gC07
—–END PGP MESSAGE—–

Das hat doch was. ;-) Wem das allerdings zu heftig ist, der kann immer noch eine gesicherte Verbindung über SSL nutzen.

Zusätzlich erlaubt Jabber auch MUC, also Multi User Chat. Das lässt sich am ehesten mit dem bekannten IRC oder Internet Relay Chat vergleichen.

Aber wenn Jabber so toll ist, warum nutzt das nicht schon jeder?

Eine berechtigte Frage. Zuersteinmal stellt sich einen „Neuling“ im Chatbereich die selbe Frage, die man sich früher schon mit dem Handyvertrag gestellt hat: „Was nutzen denn meine Freunde so?“ Durchaus verständlich, denn mit denen will man sich ja später auch unterhalten können. Jabber bietet hierbei zwar die Möglichkeit, über die Transports auf andere Netzwerke zuzugreifen, trotzdem braucht einen registrierten Account beim gewünschten Anbieter.

Das nächste Problem gibt es dann mit den Inkompatibilitäten und damit verbunden auch das, was der Chater letztlich noch an zusätzlichen Angeboten nutzen will. Das Versenden von Nachrichten funktioniert meist wunderbar, beim Dateiversand wirds da schon holpriger (aber wer, der nun über die boshaften AGBs von ICQ Bescheid weiß, will da noch freiwillig seine Dateien drüber verschicken?). Will man noch irgendwelche Spielchen mit den Freunden spielen oder gar telefonieren oder videofonieren will, der hat mit Jabber (noch) schlechte Karten. Aber seien wir mal ehrlich: Zumindest um Spiele spielen zu wollen ist ICQ kein Argument, denn Minispielchen gibts im Netz haufenweise, die man online mit den Kumpels zocken kann.

Betrachtet man nur den ursprünglichen Sinn und Zweck, nämlich Chatten, dann ist Jabber derzeit das Maß der Dinge.

Wann steigst Du um?

Das Einrichten eines Accounts ist schnell erledigt und mit der Client-Software, die es für jedes Betriebssystemgibt, kommt man auch schnell zurecht. Eine kleine Anleitung hat etwa Frank Helmschrott geschrieben.

Links / Quellen:

Gesammelt unter delicious.com abrufbar

Providerwechsel: Die Zeit der Wahrheit

Bald ist es so weit: Am 22.08.08 wird mein DSL-Anschluss abgeklemmt.

Der neue Provider ist optimistisch. Innerhalb von sechs Tagen soll der neue Anschluss freigeschaltet sein. Natürlich nur, wenn der alte Anbieter bis dahin die Ports schon wieder freigegeben hat. Ich gehe daher also mal nicht von 6 Tagen aus und nach allem, was man so im Netz und in Printmedien liest, sollte ich wohl eher mit 6 Wochen rechnen.

Da zeigt sich dann, wie wichtig das Internet geworden ist. Nicht nur, dass ich nicht mehr bloggen kann. Viele andere Dinge gilt es zu beachten:

In der Zeit können Mails nur sporadisch empfangen werden. Hoffentlich schreiben die PH und Freunde in der Zeit nichts wichtiges. Gleich mal schauen, ob der Mailanbieter so eine Art Urlaubsmodus anbietet, um automatisch eine Abwesenheitsantwort zu senden.
Die laufenden Tauschobjekte bei hitflip und anderen müssen pausiert werden, nicht dass ausgerechnet dann was gewünscht wird, wenn man nicht erreichbar ist.

Ja, man merkt erst, wie viele Verpflichtungen man eingegangen ist, wenn man sie bald vielleicht nicht mehr erfüllen kann. Man muss wirklich aufpassen, besonders wenn man intensiver mit ebay arbeitet oder seine Rechnungen monatlich per Onlinebanking bezahlt.Bei mir zum Glück nicht der Fall.

Aber warum das Internet wirklich wichtig ist, zeigt das Video hier wunderbar:

In diesem Sinne: Auf bald wieder hier im Netz! ;-)

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Erklär mir das Netz

Des öfteren finden sich in meinen Artikeln seltsame Begriffe wie:

  • Blog,
  • RSS-Feed,
  • Social Networks,
  • Social Bookmarking,
  • Wiki,
  • Podcast,
  • u.v.m

Ich gebe zu, dass das für Leute, die nicht wie ich täglich durch das Netz streunern, recht verwirrend sein muss.

Lee LeFever hat das Problem ebenfalls erkannt und zu diesen Begriffen tolle Videos produziert, die auf schlichte, aber einprägsame Weise diese „Grundbegriffe“ des Internets erklären. Webideas hat einige Videos gesammelt, so dass man sich in gebündelter Form weiterbilden kann. Die Filme sind englisch gesprochen und deutsch untertitelt, dem „Genuss dieses Wissens“ steht damit also nichts im Wege.

Auf der Originalseite dotsub.com gibt es noch weitere Videos zu Begriffen wie

P.S.:

Die Videos laden bei mir nur sehr langsam. Es empfiehlt sich, sie kurz zu starten, dann Pause zu drücken und zu warten, bis das Video fast fertig geladen wurde, bevor man es abspielt.

„Der Null-Euro-PC“

Mit diesem reißerischen Titel stellt Caschy in seinem Blog eine Sammlung mit Windows-Programmen vor, die den PC zu einer vollwertigen Arbeitsmaschine macht, ohne dafür einen weiteren Cent ausgeben zu müssen.

Die genannten Programme sind zum großen Teil OpenSource, aber auch die eine oder andere Freeware ist dabei. Die üblichen Verdächtigen dürfen natürlich nicht fehlen: Firefox, Thunderbird und OpenOffice. Caschy nennt aber auch noch Tools für speziellere Aufgaben, wie etwa TrueCrypt zur Verschlüsselung von Dateien oder ganzen Festplattenpartitionen oder WinSCP für FTP-Verbindungen.

Sicherlich ist die Sammlung nicht vollständig und es gibt noch zig weitere Alternativen (etwa Inkscape für Vektorgrafiken), aber für jemanden, der sich frisch einen Rechner gekauft hat, ist die Liste allemal empfehlenswert. Man muss nicht noch zig Teuros für MS Office und Nero drauflegen, um mit der Maschine was anfangen zu können.

Caschy stellt im Blog übrigens des öfteren tolle Software vor oder gibt hilfreiche Tipps und Tricks, ein Abo des RSS-Feeds lohnt sich!

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