Endlich mal wieder was aus der Rollenspielecke.
Meine alte Gruppe aus Schulzeiten ist inzwischen in ganz Deutschland verteilt, was ein Treffen schwierig macht. Daher war schon vor längerem die Idee geboren, über das Internet zu spielen. Email ebenso wie Textmessenger fallen dabei natürlich aus. Der erste Gedanke galt Skype, doch erstens macht das bei einigen Mitspielern Probleme (Linux) und zum anderen ist seit einiger Zeit auch die Videokonferenzfunktion nicht mehr kostenlos. Video sollte es aber schon sein, da Rollenspiel auch mit von der Mimik und Gestig der Mitspieler lebt.
Unsere Wahl fiel nach einigen Versuchen mit diversen Programmen letzten Endes auf Hangout von Google+. Das läuft im Browser und benötigt außer einem Plugin, das es für die wichtigsten Betriebssysteme gibt, keine zusätzliche Software. Ein paar Mitspieler waren ohnehin schon dort Mitglied und die übrigen waren schnell angemeldet.
Für die Rollenspielgruppe habe ich einen eigenen Kreis erstellt und die Mitspieler dort hinzugefügt. Danach musste ich nur noch einen Hangout starten und den Kreis dazu einladen.
Zum ersten Feldversuch hatten leider nur der Spielleiter und ein weiterer Mitspieler Zeit, so dass der Test sich auf drei Hangoutteilnehmer beschränkte. Die Verbindung kam schnell zustande, Video und Audio funktionierten beinahe auf Anhieb (ich hatte bei den Einstellungen versehentlich den digitalen Ausgang gewählt, deshalb blieb das Video anfangs stumm). Die Videoqualität war in Ordnung und auch die Verständlickeit war entsprechend der Mikrofone ausgezeichnet. Teilweise hatte ich fast das Gefühl, wir würden in einem Raum sitzen. Dass dem nicht so war, wurde mir traurig bewusst, als es am Ohr knusperte und ich nicht in der Lage war, mich physisch an der Chipstüte zu bedienen.
Andere Einschränkungen durch die räumliche Trennung konnten schnell behoben werden. So wurde die Kampfszene gegen den Endgegner recht komplex, was eine Skizze erforderte. Eine kurze Suche half weiter und so fanden wir zwei Whiteboards, die wir nutzen konnten: scriblink.com (komfortabel, funktionierte aber bei einem Teilnehmer nicht) und dabbleboard.com (weniger komfortabel, dafür anspruchsloser). Darin konnten wir unsere Taktiken und örtlichen Gegebenheiten einzeichnen.
Einziger Kritikpunkt: Hangout fragt in regelmäßigen Abständen nach, ob man noch da ist, was man mit einem Mausklick bestätigen muss. Hat man das Hangout-Fenster im Hintergrund, weil man gerade im Regelwerk was nachliest, verpasst man die Meldung und fliegt aus der Leitung. Wenn man selbst den Hangout gestartet hat, wird sogar die ganze Sitzung beendet.
Alles in allem hat es großen Spaß gemacht und Hangout hat die fast 10-stündige Feuertaufe mit Bravour und ohne Verbindungsabbrüche gemeistert. Ich hoffe nur, dass das auch bei mehreren Teilnehmern so gut und stabil funktioniert. Bis zum nächsten Mal, wenn wir uns wieder in die spannende Zukunft von Puls versetzen.


